| Wir leben inmitten einer
gewaltigen Bilderflut, mit der wir nicht mithalten können -
so sehr wir uns auch bemühen, unsere Wahrnehmung zu beschleunigen.
Die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Zeitungsfotos beträgt
beispielsweise 3,5 Sekunden. Nach 3 Tagen sind bereits 80% alles
Gesehenen wieder aus unserem Gedächtnis gelöscht.
Die uns umgebenden Bilder sind in ihrer Masse absolut trivial und
gleichwertig (so wie im Fernsehen alles zur Unterhaltung wird, egal
ob Kriegsbericht oder Werbespot).
Ein paar Bilder verankern sich als Ikonen im kollektiven Bewusstsein.
Der Rest verschwindet wieder.
Mich interessieren diese Wegwerfbilder und ich versuche sie festzuhalten
und zu recyclen. Ich verwende dazu bevorzugt die Malerei, als vergleichsweise
einfaches und langsames Medium. (Die Maler sind ja möglicherweise
auch so etwas wie die Dorftrottel im Global Village - und das sehe
ich durchaus als etwas Positives!)
Mein Ausgangsmaterial finde ich in Zeitungen und Zeitschriften.
Es geht mir um die Ent-Trivialisierung trivialer Sujets durch das
Erzeugen neuer Zusammenhänge und Inhalte. Dazu kombiniere ich
die modifizierten Bilder mit Slogans und Textfragmenten: vorzugsweise
in Englisch, der Sprache von Pop, Werbung und Comix.
Im übrigen rast der Andromedanebel auf uns zu
und wird in 4 Milliarden Jahren mit der Milchstraße kollidieren.
Have a nice day!
Wien, November 2001
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